2022 – Gartentipp 22 – Schnittlauch – beliebtes Kraut bei Menschen und Insekten

2022 – Gartentipp 22 – Schnittlauch – beliebtes Kraut bei Menschen und Insekten

Schnittlauch (Allium schoenoprasum) wird von allen Küchen-Kräutern mit am häufigsten genutzt. Auffallend ist jetzt seine hübsche Blüte, die Bienen und andere Insekten anlockt. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Ratschläge zur Pflege des beliebten Küchenkrautes.

Im Gartenbeet und auch auf kleinen Balkonen in Töpfen und anderen Gefäßen lässt sich Schnittlauch anbauen. Somit kann man ihn stets frisch nutzen.

Schnittlauch-Pflege

Schnittlauch wächst am liebsten in einem nährstoffreichen, kalkhaltigen und nicht zu trockenen Boden ohne Staunässe. Zwiebelgemüse sind eigentlich recht genügsam. Doch für eine reiche und wiederholte Ernte während des Sommers benötigt der Schnittlauch immer wieder Wasser und Nährstoffe. Am besten geschieht dies mit einer stickstoffbetonten Flüssigdüngung. Die Grunddüngung erfolgt im zeitigen Frühjahr mit einer Kompostgabe.

Als Würzkraut nutzt man die bis 30 Zentimeter hohen Röhrenblätter. Je nach Sorte können diese sehr zart oder grob sein. Zur Ernte schneiden Sie die Blätter am besten mit einem scharfen Messer oder einer Schere bis auf etwa drei Zentimeter ab. Stellt man das grüne Sträußchen in ein mit etwas Wasser gefülltes Glas, halten die Halme zwei Tage frisch.

Bilden sich Blüten, so stehen diese auf harten Stängeln. Viele kleine Einzelblütchen bilden eine Scheindolde. Meist blühen sie rosa und lila. Es gibt auch es Sorten mit rötlichen oder gar weißen Blüten. Nach dem Verblühen ist es ratsam die alten Blüten vor dem Aussamen zu entfernen. Die Samen sind sehr keimfreudig und man läuft Gefahr, dass aus jeder Ritze neuer Schnittlauch wächst. Auch Ameisen vertragen die Samen im ganzen Garten.

Jahrelang am gleichen Standort hat der Schnittlauch oft ein dichtes Wurzelwerk gebildet. Nach dem Rückschnitt ist die beste Gelegenheit diesen Wurzelfilz mit einem Kultivator aufzureißen und damit den Wurzeln mehr Platz zu verschaffen. Schnell bilden sie wieder dichte Horste.

Gelegentlich tritt Schnittlauchrost auf. Die grünen Halme sind mit färbenden Rostsporen bedeckt und nicht mehr zum Verzehr geeignet. Schneiden Sie dann den Schnittlauch komplett zurück.

Schnittlauch für Menschen

Die röhrenförmigen Laubblätter des Schnittlauchs lassen sich am besten frisch in der Küche verwenden, sei es im Salat, in Saucen, über Eierspeisen oder einfach nur auf dem Butterbrot. Für die kalte Jahreszeit lassen sich die kleingeschnittenen Röhren auch tiefgefrieren oder trocknen. Die kleinen abgezupften Blütchen zaubern Farbe in einen grünen Salat oder dekorieren andere Speisen. In Blumen- oder Kräutersträußen halten die Blütenkugeln recht lange.

Schnittlauch ist nicht nur ein Küchenkraut. Da die Pflanze auch Trockenheit sehr gut verträgt, wird sie bei Dachbegrüngungen, in Schottergärten und Straßenrandbegrünungen recht häufig verwendet. Auch als Beeteinfassung in einem Gemüsegarten eignet sich der Schnittlauch gut und dient als blühender „Buchsersatz“.

Bienen lieben Schnittlauchblüten

Ab Mai beginnt die Blütezeit des Schnittlauchs. Rosa bis zart lila – bei Schnittknoblauch auch in weiß – stehen die typischen Blütenkugeln über den grünen Röhrenblättern und schmücken die Pflanze. Vor allem Bienen, aber auch andere Insekten besuchen nun die Blüten, die Nektar und Pollen bieten. In einem bienenfreundlichen Garten lässt man deshalb immer einen Teil des Schnittlauchs zum Blühen kommen. Nach dem Abblühen jedoch werden das alte Laub und die Blüten entfernt und gedüngt, damit der Schnittlauch bis zum Herbst wieder durchtreiben kann.

Schnittlauch auch im Winter

Für den Wintervorrat sticht man im Herbst einen Teil des Schnittlauches aus, entfernt seitlich anhaftende Erde und pflanzt ihn dicht in einen kleinen, nur unwesentlich größeren Topf. Diesen senkt man dann einfach bodengleich wieder in ein freies Beet ein und deckt ihn dünn mit Laub ab. Am besten lässt man die Töpfe ein paar Wochen draußen im Gartenbeet. Die Ballen treiben williger aus, wenn sie zuvor mindestens drei Wochen Temperaturen um den Nullpunkt erfahren haben. Lust auf frisches Grün? Entnehmen Sie die Töpfe etwa zwei Wochen bevor Sie im Winter Schnittlauch schneiden wollen und stellen sie bei etwa 18 Grad Celsius hell am Fenster auf.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

2022 – Gartentipp 21 – Biodiversität – im Garten möglich

2022 – Gartentipp 21 – Biodiversität – im Garten möglich

Ein naturnah bewirtschafteter Garten bietet eine große biologische Vielfalt. Es sollten sich alle wohlfühlen: Menschen, Tiere und Pflanzen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie Biodiversität im Garten umsetzbar ist.

Die Bedeutung der Artenvielfalt erkennt man auch daran, dass am 22. Mai der Internationale Tag der biologischen Vielfalt (Biodiversität) stattfindet. Gehen Sie in den Garten und betrachten Sie ihn. Ist noch mehr Vielfalt möglich? Seien Sie mutig!

Was bedeutet Biodiversität im Garten?

Jeder redet von Biodiversität und meint damit die Vielfalt verschiedener Lebensgemeinschaften, Artenvielfalt und genetische Vielfalt. Abwechslung statt Monotonie ist das Motto. Beim Gemüse tragen vor allem die älteren, meist samenfesten Sorten, zur genetischen Artenvielfalt bei.

Ein vielfältiger Garten ist das ganze Jahr über attraktiv. Er erfreut uns ständig mit seiner Schönheit und er bietet Lebensraum und Nahrung für eine Vielzahl von Lebewesen. Auch über den Winter behält der Garten seinen Charme und ist voller Leben. Stauden und Gräser bleiben stehen, Laub liegt zwischen Stauden oder auf Beeten. Der Garten stellt keine leblose Wüste dar, es sei denn, wenn alles im Oktober abgeräumt wird.

So wird der Garten vielfältig

Bunte Blüten sind nicht nur schön, sie sind auch Nahrungsquelle für viele Insekten, wenn sie Pollen und Nektar bieten. Mit einer intelligenten Pflanzenauswahl hat man Blüten vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein (vom frühen Krokus bis zur späten Aster). Sowohl Stauden und Kräuter als auch verschiedene Zier – und Nutzgehölze und sogar einige Gemüsepflanzen bilden Blüten und ernähren die Insekten. Diese sind wichtig für eine gute Ernte, denn sie gewährleisten eine ausreichende Befruchtung. Viele einjährige Sommerblumen, die auch Lücken im Gemüsegarten füllen, blühen bis zum Frost. Bei Neupflanzungen achten Sie auf Sorten mit einfachen oder halbgefüllten Blüten. Oftmals bilden Sich nach dem Verblühen Samen, die wiederum für viele Vögel Nahrung sind.

Nicht nur Blüten zeichnen einen vielfältigen Garten aus. Jeder Freizeitgärtner kann unterschiedliche Lebensräume schaffen. Trockenmauern und Hecken sind ebenfalls wichtig für den Artenreichtum von Tieren. Manche Heckenpflanzen liefern Nahrung durch Blüten und Früchte. Haufen aus Totholz, Reisig oder Steinen bieten natürliche Nist-, Unterschlupf- und Überwinterungsmöglichkeiten für Vögel, Igel, Eidechsen, verschiedene Käfer, Insekten und Co. Für Nistkästen, Wildbienenröhren und – hölzer sind die Tiere ebenfalls dankbar.

 

Vergessen Sie das Wasser nicht, sei es ein Teich oder auch nur eine kleine Wasserstelle. Gerade in heißen Sommern nutzen Vögel und Insekten das frische Nass. Außerdem bleiben die Tiere dann eher vom reifenden Obst fern. Selbst in kleinen Teichen siedeln sich bald Libellenlarven an.

Wenn auch „ein wildes Eck“ z. B. mit Brennnesseln als Nahrungsquelle für verschiedene Schmetterlingsraupen, nicht jedermanns Sache ist, lässt es sich in einem größeren Garten an einem etwas abseitsgelegenen Platz durchaus umsetzen. Je unterschiedlicher und bunter die Gartenräume gestaltet und je extensiver sie gepflegt werden, desto leichter bieten sie einen passenden Lebensraum mit entsprechendem Nahrungsangebot für Nützlinge. In einem Garten muss nicht alles vorhanden sein. Durch geschickte Pflanzenauswahl und das Einbinden verschiedener einzelner Elemente wie Wasserstelle oder Trockenmauer und einer kleinen Hecke als Abgrenzung erreichen Sie schon viel. Grundsätzlich gilt: verzichten Sie auf chemischen Pflanzenschutz! So kann sich ein biologisches Gleichgewicht besser einstellen.

Traditionell vielfältig: Tag der offenen Tür am 3. Juli 2022 in Bamberg

Der diesjährige Tag der offenen Tür der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) steht ganz im Zeichen der Biodiversität. Am Sonntag, den 3. Juli 2022 erhalten Sie von 9 bis 16 Uhr Einblicke in die Forschungsarbeit zu diesem Thema durch Vorführungen, Vorträge und direkte Beratungen am Standort Bamberg (Galgenfuhr 21, 96050 Bamberg); manches ist auch im Garten umsetzbar. Technik und Pflanze, Zukunftsgärten und vieles mehr erwartet Sie an diesem Tag, bei dem sich auch weitere Einrichtungen mit vielfältigen Themen präsentieren. Lassen Sie sich überraschen! Weitere Informationen sowie das ausführliche Programm finden Sie demnächst auf der Internetseite der LWG. www.lwg.bayern.de

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

Nordhäuser Winterforellenbirne

Nordhäuser Winterforellenbirne

Ein Kenner des Harburger Obstbaumgestands meinte bei einer Baumbegehung am unteren Burgparkplatz in Harburg: „Dia Bira schmeckat übrhaupt net.“ Übereinstimmend äußerte sich ein Bauhofmitarbeiter, der dort regelmäßig mäht: „I hab a mol neibissa und hab’s glei wiedr ausgschpuckt. Dia ka ma fei net essa!“
Unweit davon hat ein LKW während der Umleitung aufgrund von Bauarbeiten 2019 im Harburger Tunnel einen hohen Altbirnbaum umgefahren. Ob er damit „den Falschen“ erwischt hat? Jedenfalls rufen solche Äußerungen und Phänomene einen Pomologen auf den Plan. Wer auch immer den Birnbaum gepflanzt hat, muss entweder gezielt gehandelt haben oder es hat ihm an jeder Kenntnis über die Folgen seines Handelns gefehlt. Jedenfalls fördern solche Geschmacksproben nicht gerade den Zuspruch bei der jährlichen Obstertragsversteigerung. Dabei trägt der Baum doch so regelmäßig! Also rufe man einen Pomologen auf den Plan – und siehe da: Volltreffer, wieder einmal eine seltene Sorte im Landkreis entdeckt! Es ist die Nordhäuser Winterforellenbirne, die zwar ab Anfang Oktober gepflückt werden kann, aber lange Zeit rübig schmeckt und erst ab Januar wirklich genussreif wird. Erst dann wird die Frucht ihrer Bestimmung als farbige Winterspeisebirne gerecht. Bis März lässt sie sich aber auch einmachen oder zu Kompott verarbeiten.
Wie kam diese im Landkreis und ganz Nordschwaben seltene Sorte wohl hierher? Ursprünglich ist sie nämlich als Sämling entstanden und um 1864 von einer Baumschule Foehr in Nordhausen verbreitet worden. Tatsächlich ist die „Winterforelle“ oder „Nordhäuser Forelle“ eine Lokalsorte, die vor allem im Harz und in Thüringen zu Hause ist.
Wer seine Früchte also wirklich essen will, braucht eine entsprechende Lagermöglichkeit. Die Reifezeit ist sehr ungewöhnlich. Bäume dieser Art sind geradezu prädestiniert für Notzeiten. Doch auch aus anderen Gründen verdient der Baum unterhalb der Harburg beste Pflege und möglichst auch Vermehrung.

Steckbrief:
Baum: mittelstarker Wuchs, Eignung für alle Erziehungsformen, trägt früh und regelmäßig, bei tiefen Temperaturen plötzlicher Fruchtfall vor Baumreife
Blüte: mittelfrüh, wenig frostempfindlich, guter Pollenspender
Schale: grünlich bis rötlich gelb mit karminroter Deckfarbe
Frucht: mittelgroß, saftig, schmelzend
Pflückreife: ab Anfang Oktober
Genussreife: nicht vor Januar
Haltbarkeit: bis März

Ralf Hermann Melber, 15. Mai 2022

Goldrenette aus Blenheim

Goldrenette aus Blenheim

Goldrenette aus Blenheim

In Schlachten auf dem Schellenberg und bei Höchstädt 1704 siegte der Herzog von Marlborough aus England. Im Englischen benennt man die Höchstädt-Schlacht nach dem nahen Blindheim: „Battle of Blenheim“. Doch es gibt ein echtes „Blenheim“. Im Schlosspark jenes Herzogs im englischen Woodstock wurde 1740 erstmals eine bestimmte Apfelsorte gefunden. Benannt wurde sie nach dem benachbarten Landsitz: Die „Goldrenette aus Blenheim“ war geboren. Sie ist mit der Zeit auch in Deutschland heimisch geworden und wird nach wie vor von Baumschulen vertrieben.
Eigentlich braucht ein Apfelbaum dieser Sorte keine allzu häufigen Schnittmaßnahmen. Genau diesen sah sich seit Mitte der Jahrtausenderwende aber ein Exemplar in Heroldingen ausgesetzt, weil sich abwechselnd verschiedene Baumschneider mit gegensätzlicher Ausrichtung daran machten. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es kein häufiges Erlebnis ist, zwei Baumpfleger, die sich einig sind, auf einmal anzutreffen. Tatsächlich gibt es verschiedene Kronenerziehungsformen, etwa den alten Etagenschnitt, wo nicht nur die unteren Leitäste dominieren. Dagegen schwappte aus der Schweiz die durchaus sinnvolle Erziehung einer „Oeschbergkrone“ herüber, die von starken, unteren Leitästen und einem noch stärkeren, gerade nach oben verlaufenden Hauptast geprägt ist, entlang dessen sich „Trittäste“ mit reichlich Fruchtholz bilden. „Du defsch dean fei net so auslada lossa“, monierte einer. Doch ein anderer stellte fest, dass die Goldrenette von Blenheim naturgegeben breit ausladend wächst, dazu stark und gut verzweigend. Wer den Platz für einen entsprechenden Baum nicht hat, sollte sich für eine andere Sorte entscheiden, anstatt ständig gegen die Natur zu kämpfen und Wasserschosse zu produzieren. Gerade triploide Sorten (schlechte Pollenspender) wachsen meist stark.
Der Baum wünscht einen warmen Platz und keine schweren Böden. Auf den meisten Standorten trägt er nicht viel, weshalb eine geschützte Lage in Kombination mit richtiger Pflege eher die gewünschten Ergebnisse bringt. Die Frucht ist nämlich sehr aromatisch mit walnussartigem Geschmack.

Steckbrief:
Baum: stark und ausladend wachsend, nährstoffreicher, kräftiger Boden nötig, später Ertrag, krebsanfällig, kaum Schorf (Äste gut auslichten und freistellen)
Blüte: mittelfrüh, witterungsempfindlich, triploid
Schale: ledrig, trocken, matt- bis trübrot, zahlreiche Schalenpunkte
Frucht: relativ groß, wenig saftig, typische Würze, nussig-edler Geschmack
Pflückreife: Anfang Oktober
Genussreife: ab November
Haltbarkeit: mitunter bis März

Ralf Hermann Melber, 15. Mai 2022

2022 – Gartentipp 20 – Der Garten – Lebensraum für (Wild)Bienen

2022 – Gartentipp 20 – Der Garten – Lebensraum für (Wild)Bienen

Im Garten summt und brummt es. Honigbienen und Wildbienen sind unterwegs und suchen nach Nahrung, aber auch nach geeigneten Brutplätzen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps zur Gestaltung, um Lebensraum für Bienen und die „wilde Verwandtschaft“ zu sein.

Ein bienenfreundlicher Garten ist blütenreich und vielgestaltig und kann durchaus auch pflegeleicht sein. Zugleich ist er Erholungsraum für uns Menschen.

 

Ein Tag für die Biene

Viele Insekten sind wichtige Bestäuber für Wild- und Kulturpflanzen, die dann wiederum unseren Speiseplan bereichern. Bienen und Wildbienen sind deshalb wichtige Nutztiere, die die Ernte von Obst- und vieler Gemüsearten sowie anderer Nahrungsmittelpflanzen sichern. Grund genug, der Biene einen eigenen Tag zu widmen. So ist seit 2018 der 20. Mai Weltbienentag, ausgerufen durch die Vereinten Nationen. Es gibt auch weitere regionale und nationale Bienentage, um die Wichtigkeit der nützlichen Helfer herauszustellen.

 

Der blühende Bienengarten

Bienen benötigen Nektar als zuckerhaltigen Treibstoff sowie Pollen als Eiweißquelle und zur Aufzucht der Brut. Mit pollen- und nektarführenden Pflanzen locken Sie die Insekten in Ihren Garten. Die Honigbiene gehört zu den Generalisten. Sie ist also nicht wählerisch und findet ihre Nahrung an vielen geeigneten Blüten. Wildbienen sind oft jedoch Spezialisten und nutzen dann manchmal nur den Pollen einer Pflanzenfamilie oder Gattung. Daher kann man viele Wildbienenarten nur eine recht kurze Zeit im Garten beobachten.

Für eine vielfältige Bienenschar benötigen Sie einen vielfältigen Garten.

Honig-Bienen fliegen vom zeitigen Frühjahr bis zum späten Herbst, die verschiedenen Wildbienen sind zu unterschiedlichen Zeiten anzutreffen. Ein Garten sollte deshalb Blüten fast während des ganzen Jahres bieten. Mit geschickten Mischungen von Nutz- und Zierpflanzen lässt sich dies erreichen. Die Blüte im Obst- und Gemüsegarten kann mit Kräutern und Einjahresblumen verlängert werden. Oft grenzen Zier- und Erholungsgarten an, wo Stauden und Gehölze vorherrschen. Frühlingsblühende Zwiebelblumen sind erste Nahrungsquellen im Jahr. Überall im Garten können Schneeglöckchen, Winterling und Traubenhyazinthen verwendet werden.

 

Gestaltungselemente (nicht nur) für Bienen

Ein Garten ist für uns Erholungsraum, Freizeitbeschäftigung und dient manchmal auch zur (Teil-)Selbstversorgung. In einem vielfältigen Garten mit unterschiedlichem Blütenangebot können je nach Größe mehrere Gestaltungselemente Verwendung finden. Manche sind vielleicht schon vorhanden, die mit wenigen Maßnahmen zum Nistplatz oder Lebensraum für Bienen werden. Dazu gehören Hecken und Holzzäune, Wiesen und Blühsteifen, Mauern und Stufen, unbefestigte Wege und Wege, deren Zwischenräume bepflanzt sind oder Grün zugelassen wird. Selbst Totholz, ein „Sandarium“ oder nur ein Stückchen offener Boden lässt sich integrieren und wird Brutplatz für Wildbienen. Bienen benötigen Wasser, und dies nicht nur im Sommer. Ein Teich oder eine Schale mit Wasser bieten das lebenswichtige Nass.

Auch ein kleiner Garten oder Balkon kann mit wenigen Elementen und einer geschickten Bepflanzung zu einem Paradies für diese wichtigen Insekten werden. Und je mehr Lebensräume entstehen, umso besser ist die Vernetzung, was zur Erhaltung der Bienen- und Insektenvielfalt beiträgt.

 

Lust auf mehr? Die Fachleute der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau haben instituts- und fachübergreifend eine Broschüre erstellt, mit Tipps und Empfehlungen zur Gestaltung von Lebensräumen für (Wild)Bienen. Diese steht als Download kostenfrei (pdf) zur Verfügung.

https://www.lwg.bayern.de/bienen/bildung_beruf/297917/index.php

https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/dateien/broschuere_bienengarten_bf.pdf

 

(Bilder:  Verschiedene Autoren © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

 

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung