100-jähriges Jubiläum

100-jähriges Jubiläum

Der Obst- und Gartenbauverein Harburg
feiert 2022 sein 100-jähriges Jubiläum.

Für das Festjahr 2022 plant die Vereinsleitung für alle Menschen unserer Umgebung
verschiedene Veranstaltungen und
als Höhepunkt eine Jubiläumsveranstaltung
am 11. September 2022.
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Wir finden es wichtig, nicht nur einen Tag zu feiern. Wir wollen außer dem bereits bestehenden jährlichen Programm zusätzliche Veranstaltungen anbieten.
Die Veranstaltungen sollen dazu beitragen,
< dass alle Mitglieder des Vereins und alle Bürger von Harburg und Umgebung intensiver auf die lange Tradition des Vereins aufmerksam werden.
< dass wir mit der Vielfalt des erweiterten Angebots noch mehr interessierten Gartlern und Menschen unserer Umgebung Informationen bieten können.
< dass wir besonders auch junge Garteninteressenten ansprechen, die wir z.B. durch Erfahrungsaustausch, Pflanzentausch usw. unterstützen könnten.

Erbachhofer Weinapfel

Erbachhofer Weinapfel

Seit 2021 laufen verstärkt Bemühungen, die Sorten des kommunalen Obstbaumbestands in der Kernstadt Harburgs zu bestimmen. Einige Bäume stehen direkt an der dortigen Grund- und Mittelschule. Mitunter richten die Lehrkräfte ihr Augenmerk darauf, den Schulkindern möglichst Praxiswissen zu vermitteln. So ernteten sie drei Apfelbäume gleicher Sorte ab, um zu beobachten, wie die Früchte in einer Obstpresse zu Apfelsaft werden.
Die Harburger Obstbaumfreunde möchten endlich wissen, welche Schätze eigentlich in ihrem Bereich schlummern. Bei diesen drei Bäumen liegt das Ergebnis vor: Sie tragen den Erbachhofer Weinapfel, von dem man annimmt, dass er vielleicht aus dem Sauerland stammt. An Mosel und Saar – besonders im westlichen Saarland – ist die Sorte sehr häufig kartiert worden. Die Baumschule Fey in Meckenheim (nicht zu verwechseln mit der Baumschule Ley am selben Ort) brachte die Sorte – vermutlich eine Verbesserung des „Trierer Weinapfels“ – 1925 in den Handel. In Nordschwaben handelt es sich beim „Erbachhofer Mostapfel“, wie er auch heißt, offenbar um eine seltene Sorte.
Dabei hat man schon vor 1950 festgestellt, dass der Saft- und Mostapfel robust und eine gute Alternative zum schorfanfälligen Trierer Weinapfel ist, wovon noch Dutzende im Landkreis zu finden sind. Mag der Erbachhofer auch ein kleiner Apfel sein, so sind seine 58° Oechsle (Mostgewichtseinheit) doch eine gute Voraussetzung für die Verwertung. Ob die drei Bäume in Harburg unbewusst oder doch von einem absoluten Kenner gepflanzt worden sind? Jedenfalls ist der Pflegeaufwand bei dieser Sorte gering. Zudem dürfte sie mit ihren guten Pollenspendereigenschaften positive Auswirkungen auf den Ertrag der umliegenden Apfelbäume haben.
Ganz in der Nähe steht alljährlich der Maibaum der Stadt Harburg, geschmückt vom dortigen Obst- und Gartenbauverein, der mittlerweile 100 Jahre besteht. Kleine Obstbäumchen mit Sprüchen und lustigen Informationen zum unschätzbaren Wert der Honigbiene umgaben den Maibaum während seiner diesjährigen Standzeit. Somit haben alle, die in dieser Schule lernen, gesehen, dass Obst nicht im Supermarkt wächst.

Steckbrief:
Baum: mittelstarker Wuchs, hochkugelig, beansprucht guten Boden und warme Lage, sehr fruchtbar, alternierend (alle zwei Jahre ertragsaussetzend) ohne Regulierung
Blüte: mittelfrüh, frostempfindlich, guter Pollenspender
Schale: dunkelrot, teil leicht gestreift, wachsig
Frucht: teils (spitz-)kegelig, klein, saftig, süßsäuerlich bis leicht herb
Pflückreife: ab Ende September
Genussreife: ab Oktober vom Baum
Haltbarkeit: bis März

Ralf Hermann Melber, 15. Mai 2022

Erbachhofer Weinapfel

Obstbaumfreunde Harburg informieren

 Am 21. April war es so weit: Mehrere Ehrenamtliche haben sich zusammengeschlossen, um sich hier und da im Stadtgebiet um Obstbäume auf kommunalem Grund zu kümmern. Einmal im Monat soll eine der Sorten in unserem Mitteilungsblatt und hier auf der Webseite des OGV Harburg beschrieben werden.

Unter dem Menüpunkt “Obstbaumfreunde” finden Sie eine ausführliche Beschreibung der Obstsorten.