2021 – Gartentipp 24 – Ein Lob auf den Garten

2021 – Gartentipp 24 – Ein Lob auf den Garten

Der Garten grünt und blüht. Sogar in den sonst trockenen Gebieten Bayerns gibt es momentan ausreichend Regen, so dass sich alles sehr üppig entwickelt. „Der Garten wird zum Paradies“, schwärmen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Der Juni zählt zu den schönsten Gartenmonaten. Sicherlich auch, da die Königin der Blumen, die Rose, jetzt ihre Blüten öffnet. Auch sonst ist der Garten voller Blüten und reich an vielfältigem Leben.

Gartentermine im Juni

Am zweiten Sonntag gibt es seit 1984 den „Tag des Gartens“. Dieser wurde auf Initiative des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e.V. ins Leben gerufen, um auf die Bedeutsamkeit des Gartens hinzuweisen. Auch der „Tag der offenen Gartentür“ wird in vielen Landkreisen Ende Juni veranstaltet. Hier besteht normalerweise die Möglichkeit verschiedene (Privat-)Gärten zu besuchen und sich Anregungen zu holen.

Der Garten als gestaltetes Stück Natur

Der Gärtner wird zum Gestalter. Auf einem begrenzten Raum können verschiedene Gestaltungselemente kombiniert und integriert werden: Staudenbeete, kleine oder größere Sträucher und Bäume, Naturstein-Mauern, Hecken, Wiesen, Totholz und Steinhaufen sowie Wasserstellen. In großen Gärten hat man scheinbar mehr Möglichkeiten, doch auch in kleinen Gärten ist Vielfalt möglich. Eine Gestaltungsvielfalt und eine standortgerechte vielfältige Pflanzung bietet wertvolle Lebensräume, aber auch Nahrung und Unterschlupf für verschiedene Tiere. Vögel und Insekten, Säugetiere und sogar Amphibien fühlen sich in einem naturnahen Garten wohl. Geschickte Pflanzkombinationen ermöglichen ein buntes Blüten- und Nahrungsangebot vom zeitigen Frühjahr bis den späten Herbst hinein.

Der naturnahe Garten ist stets im Wandel. Nicht nur Jahreszeit verändern das Gartenbild, auch der Einfluss von Standort und Witterung auf die Pflanzenwelt lässt den Garten jedes Jahr anders wirken. Umsichtig Gärtnernde lernen von ihrem Garten und wissen, was dort gut gedeiht oder auch weniger gelingt.

Ein bisschen Selbstversorgung darf nicht fehlen. Eigenes Obst, Gemüse und Kräuter, direkt vom Garten in die Küche, oder gar sofort im Mund, erfreut nicht nur den Koch. Es ist an Frische nicht zu überbieten.

Der Garten für unsere Seele

Im Garten kann die Seele baumeln. Manch einer nimmt ein Buch zur Hand und setzt sich in den Schatten eines Baumes, um dem Alltag zu entfliehen. Andere betrachten des Wachstums der Pflanzen, beobachten Vögel oder Libellen am Teich. Gerade in Zeiten der Pandemie haben sehr viele den Wert eines Gartens kennengelernt. Der Garten wird Rückzugsort, er ist Treffpunkt von Mensch und Natur. Duftende Blüten und Kräuter regen unsere Sinne an, plätscherndes Wasser beruhigt.

Ein grüner Garten ist ein Therapieort. Einfache körperliche Tätigkeiten wie Unkrautjäten, Staudenrückschnitt und Pflege, das Gießen und Ernten der Gemüsepflanzen, all das lässt den Kopf frei werden und dient dem Stressabbau.

Nicht jeder hat die Möglichkeit eines Gartens. Aber auch Balkone und Höfe können mit einfachen Mitteln zu einem persönlichen Stück Grün werden. Auch hier sind Kombinationen von Zierpflanzen mit Gemüse möglich. Verschiedene Urban Gardening-Projekte geben Anregungen für das Umsetzen zuhause.

Fragen zum Garten?

Manchmal treten im Garten auch Probleme auf oder Sie benötigen Gartentipps und Informationen. Dann können Sie sich an das Gartentelefon der Bayerischen Gartenakademie wenden. Dieses hat voraussichtlich ab dem 21. Juni 2021 eine neue Telefonnummer. Sie können die Fachleute am Montag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 16 Uhr unter 0931 9801-3333 erreichen.

(Bilder: Bayerische Gartenakademie, Christine Scherer sowie Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

2021 – Gartentipp 23 – Es ist Mohn-Zeit

2021 – Gartentipp 23 – Es ist Mohn-Zeit

Knallrote Farbtupfer stechen beim Spazierengehen draußen in der Natur ins Auge. Es ist der Klatschmohn, der seine zarten und farbintensiven Blüten entfaltet. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie schwärmen für den Mohn in seiner ganzen Vielfalt.

Nun beginnt die Mohnblüte. Doch Mohn ist nicht gleich Mohn. Die große Fülle an Arten und Farben lässt die Pflanze vielfältig im Garten einsetzen.

Faszination Mohn

Unter den Mohn-Arten gibt es ein- und zweijährige sowie mehrjährige, ausdauernde krautige Pflanzen, die jedes Frühjahr neu austreiben. Typisch ist der weiße oder gelbliche Milchsaft, der in allen Pflanzenteilen vorkommt. Die meist weichen Blätter weisen oft starke Einbuchtungen auf und die Blütenstängel sind meist mit kleinen Borstenhaaren besetzt. Die typischen Samenkapseln beinhalten Unmengen an kleinen schwarzen Samen.

Das Besondere am Mohn ist sicherlich die Blüte. Sie steht einzeln und aufrecht auf ihren Stängeln bei zunächst hängender Blütenknospe. Erst noch ganz in der Blütenhülle aus zwei borstig behaarten Kelchblättern verpackt, erscheinen je nach Witterung, manchmal schon ab Ende Mai, erste große Blüten. Ganz zerknittert und zart wie Seidenpapier sind die Blütenblätter, bevor sie sich zu ihrer vollen Schönheit entfalten. Als wahrer Insektenmagnet werden viele Honig- und Wildbienen sowie andere Insekten angelockt. Wenn auch ohne Nektar bietet der Mohn jedoch ein reiches Pollenangebot. Dieser ist je nach Art grünschwarz oder blauschwarz gefärbt, was man ganz gut bei den fleißigen Pollensammlern erkennen kann. Die Mohnblüten liefern auch Baumaterial für die Brutzellen der Mohn-Mauerbiene oder dienen als Schafplatz für manche Schmalbiene.

Mohn im Garten

Einjährig bzw. zweijährig ist der Klatschmohn (Papaver rhoeas). Spezielle Sorten sind tiefrot, rosa oder gar weiß, haben eine spezielle Zeichnung. Andere sind gefüllt und heben sich damit von den Wildkräutern in der freien Landschaft ab. Gemeinsam jedoch ist die Unmenge an winzigen schwarzen Samen in einer Samenkapsel. Wo es ihm gefällt, samt er sich dann selbst aus und kann auch zum „Unkraut“ werden. Im Saatgut von Blühmischungen ist häufig Klatschmohn enthalten.

Der Türkischer Mohn (Papaver orientale), auch Garten-Mohn, Orientalischer Mohn oder Stauden-Mohn genannt, ist eine prachtvolle ausdauernde Pflanze, die jährlich aus dem Wurzelstock austreibt. Höhen von 70 bis 80 Zentimetern sind keine Seltenheit. Die Blüten in den Farben lachs- bis dunkelrot erreichen durchaus einen Durchmesser von 15 Zentimetern und zieren dadurch viele Gärten. Türkischer Mohn wird gelegentlich in Samentütchen angeboten. Staudengärtnereien und der Fachhandel bieten jedoch spezielle Jungpflanzen (Sorten) an, die vegetativ vermehrt wurden und so die sortentypischen Eigenschaften erhalten geblieben sind. In heißen Sommern ziehen die Pflanzen des Orientalischen Mohns oft ein und begeben sich in Sommerruhe, bevor sie im September meist wieder austreiben.

Kleiner bleibt der Island-Mohn (Papaver nudicaule), der nur eine Höhe von maximal 50 Zentimetern erreicht. Hier gibt es Züchtungen mit den Blütenfarben weiß, gelb und orange sowie rot. Große Hitze mag der Island-Mohn nicht, weshalb er durchaus auch an halbschattigen Stellen im Garten gut gedeiht, solange der Boden nicht zu nass ist.

Schön, aber verboten!

„Paeonienmohn“ (Papaver somniferum var.paeoniflorum) mit seinem prächtigen Wuchs und den graugrün oder blaugrün gefärbten Blättern, seiner intensiven Blütenfarbe und oft stark gefüllten Blüten findet man in vielen Gärten in den Nachbarländern. In Deutschland ist der Anbau von jeglichem Schlafmohn Papaver somniferum, wozu auch der Paeonienmohn gehört, nur mit einer Genehmigung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte – Bundesopiumstelle erlaubt.

Und dann gibt es noch anderen „Mohn“

Ebenfalls in die Familie der Mohngewächse gehört der Scheinmohn (Meconopsis). Etwas Besonderes ist hier die Farbe Blau wie beim Tibet-Scheinmohn (Meconopsis betonicifolia) oder dem großen Scheinmohn (Meconopsis grandis). Gelbe Blüten trägt Meconopsis cambrica, der Wald-Scheinmohn.

Strahlend Goldgelb oder tief Orange leuchten die Blüten des Kalifornischen Mohn oder Goldmohn (Eschscholzia). Wo es der kurzlebigen Pflanze gefällt samt sie aus und vagabundiert durch den Garten.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

2021 – Gartentipp 22 – Blätter zeigen Blasen

2021 – Gartentipp 22 – Blätter zeigen Blasen

Jetzt wenden sich immer häufiger aufgeregte Freizeitgärtner an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie, wenn Johannisbeere und Pfirsich blasige Blätter aufweisen. Die Veränderungen fallen besonders auf, da sie zusätzlich rot verfärbt sind.

Auch wenn das Erscheinungsbild an den unterschiedlichen Obstgehölzen recht ähnlich ist, sind die Verursacher ganz verschieden. Blattläuse bzw. Milben und ein Pilz sind die Schaderreger.

Blasen an den Johannisbeerblättern

Johannisbeerblasenlaus

An den Sträuchern roter Johannisbeersorten fallen die blasigen und rot gefärbten Aufwölbungen an den grünen Laubblättern besonders auf. Dreht man das Blatt um, so befinden sich auf der Blattunterseite häufig grünliche Blattläuse: Johannisbeerblasenläuse. Durch die Saugtätigkeit der Läuse an den ganz jungen Blättern entstehen die Aufwölbungen und Verfärbungen. Meist stört der Befall nur das Auge. Das Wachstum vitaler Sträucher ist nicht eingeschränkt. Wiederholter Starkbefall, besonders bei jungen Pflanzen jedoch könnte zu Blattfall führen und somit die Pflanze schwächen. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen deshalb bereits zum Austrieb und zerdrücken Sie einfach die ersten Läuse oder entfernen Sie die Blättchen. Nützlinge wie Marienkäfer und deren Larven sind gefräßige Blattlausvertilger. Deshalb sind die Schädlinge oft schon gefressen, bevor die roten Schädigungen auffallen. Die Läuse können auch auf ihre Sommerwirte, das sind andere krautige Pflanzen gewandert sein. Im Herbst kommen sie dann zurück an die Johannisbeere, wo die Johannisbeerblasenlaus an den Trieben Eier ablegt, aus denen dann, mit dem Entfalten der jungen Blätter, wieder neue Läuse schlüpfen.

Blasen an den Pfirsichblättern

Kräuselkrankheit an Pfirsich

Viele Pfirsich- und vor allem Nektarinenbäume zeigen nun stark gekräuselte, rötlich eingefärbte Blätter. Erkrankte Blätter erscheinen dick, haben eine fleischfarbige bis dunkelrote Farbe und brechen leicht. Schließlich vertrocknen die Blätter und fallen ab. Das ist das Schadbild der Kräuselkrankheit, einer Pilzkrankheit. Starker Befall über Jahre hinweg und die dadurch geringere Fotosyntheseleistung schwächt die Pflanze. Auch die Früchte können daher zeitweise nicht mehr richtig ernährt werden und fallen zum Teil auch ab. Gegen diesen Pilz lässt sich nur bei Knospenschwellen angehen. Bei feuchter Witterung werden die Pilzsporen zwischen die jungen Blättchen in den Knospen gespült, wo sie dann auskeimen. Nur denkt man in den Wintermonaten nicht an Pflanzenschutzmaßnahmen und das Knospenschwellen ist sehr witterungsabhängig. Sind die Symptome sichtbar, ist eine Bekämpfung nicht mehr möglich. Dann können Sie nur noch versuchen die befallenen Blättchen schnell zu entfernen, damit sich keine neuen Pilzsporen bilden, die dann an den Zweigen überwintern. Ein Rückschnitt der Pflanze im Herbst verringert ebenfalls den Befallsdruck. Es zeigt sich, dass gelbfleischige Sorten besonders anfällig sind, während die weißfleischigen Pfirsichsorten ‘Benedicte‘ und ‘Fruteria‘ nicht so stark betroffen sind.

Pockenmilbe am Weinstock

Birnenpockenmilbe

Blasen an den Wein- und Birnenblättern

Auch an den Blättern des Weinstocks und der Birne können pockenartige, oft rötlich gefärbte Erhebungen auftreten. Bei beiden sind es Milben, die das Schadbild hervorrufen: die Rebenpockenmilbe und die Birnenpockenmilbe. Da sich mehrere Generationen im Jahr bilden, reduzieren Sie den nächsten Befall, wenn Sie die geschädigten Blätter schnell entfernen. Im Herbst wandern die kleinen Tiere zurück in die Knospen zum Überwintern. Bei starkem Milbenbefall können für den Haus- und Kleingarten zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Gallmilben (verschiedene Rapsölprodukte) rechtzeitig beim Austrieb im Frühjahr eingesetzt werden.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

2021 – Gartentipp 21 – Gestalte den Gemüsegarten insektenfreundlich

2021 – Gartentipp 21 – Gestalte den Gemüsegarten insektenfreundlich

Garten im Mai

Gemüse u. Sommerblumen

Die Beete im Gemüsegarten sind nun weitgehend bestückt. Da denkt kaum einer an Bienen und andere Insekten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen Möglichkeiten auf, wie Sie auf die Bedürfnisse verschiedener Tiere eingehen können.

Honig-Bienen, Wildbienenarten und andere Insekten sind wichtige Bestäuber und sichern somit die Obst- und Gemüseernte. Ein vielfältiger und gut geplanter Gemüsegarten kann ihnen viele Nahrungsquellen bieten.

Bunte Lückenfüller

Blütenmischung

Biene an Phacelia

Tomaten, Zucchini, Gurken und andere wärmeliebende Gemüsearten sitzen auf ihren Platz im Beet. Erste Salate und Radieschen werden schon geerntet. Da gibt es Lücken. Noch mehr Gemüse? Wer den Platz dafür nicht benötigt, pflanzt jetzt bunte Sommerblumen. Einjährige wie Zinnien, Astern, Schmuckkörbchen, Ringelblume, Löwenmäulchen und viele mehr bringen mit ihren bunten Blüten nicht nur Farbe in den Gemüsegarten, sie liefern auch Nahrung für viele Insekten. Entfernt man regelmäßig Verblühtes, bilden sich bis zum Frost stetig neue Blüten.

Größere Lücken können Sie mit einer Gründüngung einsäen. Nicht nur, dass der Bewuchs dem Boden gut tut, die Blüten bieten Nahrung. Gerne besuchen verschiedene Insekten die Blüten von Phacelia, dem Bienenfreund, und von Buchweizen. Beide Pflanzen sind mit keiner relevanten Gemüseart verwandt und eignen sich deshalb besonders gut als Zwischenfrucht. Die Ansaat eines Beetes oder eines Teilstückes mit einer einjährigen Blumenmischung ist ebenfalls denkbar. Im Handel finden Sie spezielle Mischungen für (Wild-)Bienen, Schmetterlinge und Singvögel mit Dill, Ringelblume, Lein, Schmuckkörbchen, Studentenblume, Kornblume, Klatschmohn und vielem mehr.

Gib den Beeten einen Rahmen

bunter Blütensaum ums Gemüsebeet

Monatserdbeeren

Beeteinfassung mit Ringelblume

Während früher Beete in vielen Gemüsegärten mit niedrigen Buchshecken umsäumt waren, sucht man jetzt nach Alternativen. Für niedrige mehrjährige Beeteinfassungen, ganz nach dem Vorbild von Bauerngärten, eignen sich schnittverträgliche Kräuter, Stauden und Kleinsträucher wie beispielweise Thymian, Heiligenkraut (Santolina) und Lavendel. Alle diese Pflanzen lassen sich problemlos zurück- und in Form schneiden. Wie wäre eine Umrandung mit Monatserdbeeren? Neben der Nahrung für die Bienen über viele Wochen freuen wir uns über kleine, dafür leckere rote Früchtchen. Bunte Beet-Rahmen sind aber auch mit verschiedenen einjährigen Blumen möglich wie Kapuzinerkresse, Ringelblume oder auch mit der niedrigbleibenden Feuerbohne ‘Hestia‘ mit ihren rot-weiß schmückenden Blüten.

Kräuter gehören dazu

Hummel auf Oreganoblüte

Wichtige Nahrungsquellen für Insekten sind unsere Kräuter. Mediterrane wie Salbei, Thymian, Oregano und Lavendel benötigen einen eher trockenen Standort, um ihr Aroma zu entfalten. Weinraute (Achtung: starke Hautreaktionen bei Sonnenlicht!), Gewürzfenchel, Schnittlauch, Zitronenmelisse und besonders Minzen brauchen etwas mehr Wasser. Während fast alle Kräuter einen sonnigen Platz beanspruchen, gedeiht Bärlauch auch im Halbschatten und Schatten.

Denken Sie bei der Kräuterernte immer auch an Bienen und andere Insekten. Lassen Sie deshalb einen Teil der Pflanzen zum Blühen kommen und schneiden Sie erst anschließend zurück. Bei den einjährigen Kräutern besuchen die Bienen besonders gerne Borretsch, aber auch die Doldenblüten von Koriander, Dill, Liebstöckel, Gartenfenchel und Petersilie, die im zweiten Jahr blüht.

Nahrung für Nützlinge

Schwebfliege auf Goldmohn

Auch Gemüsepflanzen sind von Schädlingen nicht ganz verschont. Blattläuse können junges Gemüse schädigen. Mit verschiedenen Blütenpflanzen, die zwischen dem Gemüse sitzen und den verschiedenen Insekten Nahrung bieten, locken Sie auch Nützlinge an. So legen erwachsene Schweb- und Florfliegen ihre Eier zu den Blattlauskolonien und die gefräßigen Larven halten die Schädlinge in Schach.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

2021 – Gartentipp 21 – Gestalte den Gemüsegarten insektenfreundlich

2021 – Gartentipp 20 – Spaziergang durch den Garten

Schönes Wetter lädt ein, um durch den eigenen Garten zu Lustwandeln. Warum auch nicht? Fast täglich verändert sich das Bild. Ein naturnaher Garten ist das Bindeglied zwischen Natur und Mensch und trägt zur Biodiversität bei, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.
Aufmerksam beobachten wir den Jahresverlauf, erfreuen uns an immer anderen Blüten und Früchten und können aber zugleich auch Schadorganismen rechtzeitig erkennen.

Zahlreiche Beobachtungsfelder

Im Staudenbeet verblühen die letzten Tulpen, Narzissen und Traubenhyazinthen und Frühsommerblüher beginnen ihre Blüten zu öffnen. Gräser und andere Stauden wachsen nun kräftig und überdecken so die gelbfärbenden und absterbenden Blätter der frühlingsblühenden Zwiebelblumen. Viele (Wild-)Bienen und andere Insekten tummeln sich um die Blüten, besonders von Korb-, Lippen– und Rachenblütlern. Auch die Rasenkräuter locken Bienen an.
Das Teichwasser hat sich etwas erwärmt und Seerosen sowie andere Teichpflanzen wachsen nun kräftig. Wasser ist immer ein Ort, um zur Ruhe zu kommen. Suchen Sie die vielen Tiere, die sich im und am Wasser tummeln. Haben Sie die Bienen entdeckt, die eifrig Feuchtigkeit aufnehmen? Wenn nicht, sorgen Sie dafür, dass es Landeplätze für die Wasseraufnahme gibt.
Auch der Obstgarten ist einen Blick wert. Gibt es eine üppige Ernte bei Johannis- und Stachelbeeren? Haben die Erdbeeren zahlreiche weiße Blüten? Bei der Kirsche und bei anderen Baumobstarten zeigt es sich jetzt, ob eine ausreichende Befruchtung stattgefunden hat oder ein Überbehang gar ausgedünnt werden muss.
Im Gemüsegarten wachsen nun die wärmeliebenden Fruchtgemüse wie Tomate, Zucchini, Kürbis und Gurke, erste Radieschen und Kräuter sind zu ernten und auch Pflücksalate liefern täglich frische Blätter. Sie besitzen ein Grünspargelbeet? Noch bis Mitte Juni können Sie die kräftigen, knackigen Stangen ernten. Und bis dahin ebenso Rhabarber. Die zerkleinerten Blätter eignen sich als Mulchmaterial zwischen den Gemüsepflanzen oder auf den Baumscheiben.

Der Garten – ein Reich der Tiere

Viele unterschiedliche, blühende Pflanzen sind Nahrungsquellen für zahlreiche Insekten. Wie viele verschiedene können Sie entdecken? So tummeln sich, diesmal später als in den letzten Jahren, schwarze, pelzig behaarte, große Mücken um die Blüten. Sie rasten an Blüten, Gehölzen oder Gebäuden. Es ist die Markusmücke, eine Haarmücke. Sie ist jedoch kein Schädling, sondern trägt zu Bestäubung von Obstblüten bei, da sich die Tiere von Honigtau, Pollen und Nektar ernähren.
Rote Blasen am Johannisbeerstrauch? Ursächlich ist die Johannisbeerblasenlaus, die auf der Unterseite der Blätter Pflanzensaft saugt und den optischen Schaden hervorruft. Drehen Sie befallene Blätter um und Sie werden den Schädling entdecken.

Warme Tage haben allgemein das Auftreten von Blattläusen begünstigt. Doch keine Panik. Beim Gartenrundgang, den Sie mehrmals die Woche unternehmen, streifen Sie die Schädlinge mit den Fingern ab und zerdrücken sie. Doch sehen Sie genau hin – schon bald finden Sie erste Nützlinge wie Marienkäfer, die über die Läuse herfallen. Manche Pflanzen werden besonders gerne von Blattläusen befallen. Sicherlich kennen Sie Ihre „Verdächtigen“, z.B. Rosen. Hier heißt es besonders aufmerksam zu sein, um einer Massenvermehrung vorzubeugen. Übrigens, sind Blattläuse willkommene Speisen für Singvögel wie Meisen, die ihre Jungen damit füttern. Schon deshalb schließt sich der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels aus. Auch verschiedene Räupchen, beispielsweise Frostspanner und inzwischen auch schon die Larven des Buchsbaumzünslers, werden von den Vögeln weggepickt. Hingegen verschmähen sie die in den Gespinsten geschützt fressenden Raupen der Gespinstmotten, die vor allem an Apfel und Pfaffenhütchen auftreten.
Interessant ist es auch zu beobachten, ob Wildbienen die Röhren von Stängeln im Bienenhotel oder die Bohrlöcher in Hölzern verschließen.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung