von admin | 24.02.2025 | Wochentipps
Fröhlich geht es nun in den Endspurt der fünften Jahreszeit. „Die bunten Blüten der nun blühenden Pflanzen sind wie Konfetti und wirken gegen den Winterblues“, versprechen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.
Frühlingsblüher bringen Farbe auf Balkon und Terrasse, bunte Schnittblumen schmücken Zimmer und sogar Gemüse lässt sich vielfältig bunt verwenden.
Konfetti für Gefäße
Bunt wie Konfetti blühen Primeln, Ranunkeln, Anemonen, Bellis und Hornveilchen. Auch die Blüten der beliebten Zwiebelblumen von Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Traubenhyazinthen (Muscari) bringen Farbe. Die Pflanzen in kleinen Töpfen warten darauf, dass sie einen Platz auf Balkon und Terrasse oder vor der Eingangstür finden. Sie verbreiten Faschingslaune und lassen uns dann nach Aschermittwoch schon auf Ostern freuen.
Da die Pflanzen in Gewächshäusern vorgezogen wurden, benötigen sie bei Temperaturen unter Null Grad Celsius Schutz. Entweder räumen Sie die Pflanzen kurzzeitig ins Haus, nahe an das schützende Gebäude oder Sie decken sie zu. Dies kann vorzugsweise mit Vlies geschehen, aber auch mehrere Lagen Zeitungspapier schützen die bunten Blumen. Denn meist werden die Blüten zuerst geschädigt. Sollen die Pflanzen den Wohnraum fröhlich schmücken, dann ist dieser am besten hell und kühl. Notfalls werden die bunten Frühlingsbringer nur nachts kühler gestellt. Die Haltbarkeit im Haus ist jedoch wesentlich kürzer als ein Standort im Freien.
Bei der Suche nach passenden Gefäßen sind keine Grenzen gesetzt. Es können Blumenkästen aus Kunststoff, Tonschalen, Körbe etc. bepflanzt werden, je nach eigenem Geschmack und Platzangebot. Jedoch müssen einige Regeln beachtet werden, damit man lange Freude an den bunten Frühlingsboten hat. Achten Sie grundsätzlich auf eine gute Blumenerde. Hochwertige Substrate speichern Nährstoffe und Wasser. Sie bleiben dabei aber immer luftig, denn sie enthalten strukturstabilisierende Stoffe wie Lavasteinchen, Ziegelsplitt und anderes. Ganz wichtig ist ein Abflussloch in den Gefäßen, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Stauende Nässe verträgt keine Pflanze. Durch fehlenden Sauerstoff an den Wurzeln sterben sie schließlich ab.
Meist stehen die Pflanzen bis zum Abblühen nur wenige Wochen in den Gefäßen. Deshalb können sie relativ dicht gepflanzt werden. Nach der Blüte können Sie vor allem die Zwiebelblumen im Garten auspflanzen, wo sie nächstes Jahr wieder blühen werden. Aber auch so manche Primel erscheint dann im nächsten Frühjahr. Buntes Konfetti zeigt sich dann auch im Garten.
Konfettifarben im Salat und gesunde Faschingsgirlanden
Buntes Essen sorgt für gute Laune – aus Gemüse und Obst ist es zudem gesund; sei es als Mahlzeit, Beilage oder essbare Dekoration. Kleine grüne und würzige Farbtupfer sind Kräuter wie frischer Schnittlauch und Ampfer, sowie Tiefkühlkräuter oder verschiedene Wildkräuter.
Bei Möhren genügen einige wenige Scheiben von violetten Sorten als Deko auf kleinen Rohkostraspeln ganz „normaler“ orangeroter Sorten. Gelegentlich findet man auch gelbfleischige oder rot/weiß geringelte Sorten im Angebot. Konfettiartige Effekte lassen sich besonders einfach erzielen: Rote Zwiebeln in Salate aller Art, weiße Zwiebelwürfelchen in dunkelgrüne oder rote Salate (Rote Bete), den weißen Bereich von Lauchzwiebeln für dunkelgrüne, den grünen Bereich der Lauchzwiebeln für weiße oder helle Salate wie Waldorfsalat, Rettich-Salat oder hellen Chinakohl. Wer den Waldorfsalat mit rotbackigen Äpfeln zubereitet und sie mit Schale in Stifte schneidet, bringt viele rote Punkte in den hellen Salat. Nicht unbedingt saisonal, aber schön farbig ist auch der Klassiker: Tomate-Mozzarella-Basilikum.
Mit Rettichen lassen sich wunderbare Girlanden schneiden – einfach mit Hilfe eines scharfen Messers. Das gelingt sehr leicht mit einer uralten Schnitttechnik für Rettiche aus Schwaben. Schneiden Sie mit einem scharfen Messer feine, gut ein Millimeter starke Scheiben, etwas schräg und nur bis jeweils etwa ¾ des Querschnittes. Dann drehen Sie den Rettich um seine Längsachse um 180 Grad, legen ihn also „vom Rücken auf den Bauch“ und schneiden wieder zu ¾ der Dicke ein, und zwar im gleichen Schnittwinkel zum Querschnitt wie bei der ersten Schnittfolge. Nun lässt sich der Rettich wie eine Ziehharmonika auseinanderziehen und salzen. Ein Frische-Plus zur Brotzeit! Auch aus Radies, Möhren oder Brotzeitgurken lassen sich dekorative Girlanden schneiden.
Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
von admin | 17.02.2025 | Wochentipps
Alle Jahre wieder fristen Kübelpflanzen das Winter-Dasein im warmen Keller oder anderen ungünstigen Orten. Jetzt wird es Zeit, sich um die überwinterten Pflanzen zu kümmern. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps wie sie zu neuer Schönheit gelangen.
Da das Wetter den Arbeiten im Garten noch Zeit lässt, können wir uns den Zimmerpflanzen und vor allem den Überwinterungspflanzen widmen. Aufgrund der ungünstigen „indoor“-Bedingungen haben sich zudem oft Schadorganismen eingestellt.
Kübelpflanzen im Winterquartier
Im Winter haben es die mediterranen Kübelpflanzen schwer. Sie führen ein Schattendasein irgendwo im Keller, der Garage oder anderem Ort, der keine optimalen Überwinterungsmöglichkeiten bietet. Meist sind die Standorte zu warm und zu dunkel. Folglich treiben lange, dünne und schwache Triebe aus. Sie besitzen oft nur eine hellgrüne Farbe und knicken leicht um. Und wenn es dann noch klebt, entdeckt man erste Schädlinge: Blattläuse, Wollläuse und Napf-Schildläuse. Sie scheiden klebrigen Honigtau aus, der wiederum Rußtaupilze mit dem typischen schwarzen Belag auf den Blättern fördert. Ungünstige Lebensbedingungen sowie Schadorganismen schwächen die Pflanzen, die im Sommer wieder viele Blüten bringen sollen.
Erste-Hilfe im Winterquartier
Beim Begutachten der Pflanzen empfiehlt es sich gleich eine Schere und einen Eimer mitzunehmen. Entfernen Sie vertrocknete oder besonders auch faulige Pflanzenteile da dort häufig Pilzsporen des Grauschimmels (Botrytis) auftreten. Sie befallen bevorzugt geschwächte Pflanzen und Pflanzenteile. Kürzen Sie lange und dünne Triebe stark ein. Somit sorgen Sie schon gleich für Luft und Licht in der Pflanze. Zudem nehmen Sie damit einen großen Teil an Schädlingen weg, die sich an geschwächten Pflanzenteilen aufhalten. Stark gekürzte dünne Triebe bilden aus den verbliebenden „Augen“ in den nächsten Wochen neue, aber kräftige und dunkelgrüne Triebe, wenn das Licht intensiver wird.
Kübelpflanzen werden fit für das Sommerquartier
Wenn die Pflanzen schon länger im gleichen Topf stehen, die Pflanzenwurzeln den Topf vollständig ausgefüllt haben und Pflanzenhorste zu groß sind, dann topfen Sie um! Zu groß gewordene Horste, beispielsweise der Schmucklilie (Agapanthus) oder des Indischen Blumenrohrs (Canna), können Sie teilen. Dadurch verjüngen Sie die Pflanzen und geben ihnen neuen Schwung. Wie auch bei verholzenden Pflanzen z.B. Fuchsie, Wandelröschen und Pelargonie, befreien Sie den Wurzelballen von einem Teil alter Erde und kürzen Sie, falls nötig, die Wurzeln etwas ein. Verwenden Sie zum Eintopfen neue, möglichst torffreie oder torfreduzierte Kübelpflanzenerde. Kübelpflanzenerden enthalten strukturstabile mineralische Anteile. Das ist besonders wichtig, da die Pflanzen mehrere Jahre im Topf wachsen und dieses Substrat nicht stark zusammensackt. Auch ist es möglich, vorhandene alte Blumenerde mit Splitt oder Tongranulat selbst zu mischen und mit organischem Dünger aufzudüngen.
Ab Ende Februar können die Kübelpflanzen heller und wärmer stehen. Beginnen Sie dann auch mit dem Gießen. Bedenken Sie jedoch, dass eine Pflanze erst mehr Wasser benötigt, wenn sie grüne Blätter bildet, die verdunsten. In wenigen Wochen beginnen Sie mit leichtem Düngen, wenn Sie nicht umgetopft haben. Die Nährstoffe fördern das Wachstum und geben einen guten Start in den Sommer. Haben Sie Ihre umgetopften Kübelpflanzen jedoch in neues Substrat gesetzt, sind Nährstoffe bereits enthalten. Dann sollten Sie erst in etwa sechs bis acht Wochen düngen.
Härten Sie Ihre Kübelpflanzen rechtzeitig ab! Bei milden Temperaturen, auch schon im März und April, kommen sie- zunächst tagsüber – ins Freie an einen nicht zu sonnigen Platz. Diese arbeitsaufwendigere Methode lohnt sich besonders bei ungünstigem Überwinterungsquartier. Zum einen wachsen die Triebe kräftig heran und als abgehärtete Pflanzen vertragen sie die Sonneneinstrahlung später besser. Freuen Sie sich auf den Sommer auf Balkon und Terrasse, umgeben von Ihren blühenden Schönheiten.
Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
von admin | 10.02.2025 | Obstbaumgruppe
Ob z.B. auf Ausgleichsflächen der Stadt oder anderswo in Privatgärten des Harburger Stadtgebiets: Der Topaz hat einen waren Siegeszug hinter sich. Was macht ihn so beliebt?
Dieser Apfel ist 1984 in Tschechien gezüchtet worden. Wegen seines Geschmacks findet er reichen Absatz für den Erwerbsanbau, besonders durch Biobauern. Wenige neuere Sorten gedeihen in Gärten, weil sie meisten aus dem Intensivanbau stammen, wo reichlich gespritzt werden muss.
Vielerorts weisen Topaz-Bäume keinerlei sichtbare Probleme auf. Anderswo sind sie wegen Kragenfäule eingegangen oder besonders im Jungstadium auffallend von Läusen befallen.
Vielfach wird nicht damit gerechnet, dass der Baum zunächst ordentlich wächst, und man versucht verzweifelt, ihn mit erhöhtem Schnittaufwand klein zu halten. Wer Geduld aufbringt, wird feststellen, dass die Wuchskraft später nachlässt.
Kommen jedoch seltsame Wucherungen zum Vorschein, atmet man auf, wenn es sich dabei nicht um Krebs, sondern „nur“ die typischen Luftwurzeln handelt.
Grundsätzlich besteht beim Topaz (auch „Topas“) Sortenschutz. Veredelungskünstler können die Kragenfäule mit geeigneten Zwischenveredelungen umgehen.
Der Anfälligkeit gegenüber der Mehligen Apfellaus und dem Feuerbrand steht eine hohe Schorfresistenz gegenüber, die neben dem Geschmack den Siegeszug des Topaz erklärt. Er ist eher Tafel- und Kuchenapfel als Wirtschaftsobst.
Der Ertrag ist sehr hoch und tritt schon früh ein.
Im Vitamingehalt liegt der Apfel im oberen Bereich. Dies kann man gut ausnutzen, ist er doch bereits ab Oktober genussreif und dann ca. vier Monate haltbar. Die Früchte hängen windfest. Dennoch ist es ratsam, sie mehrfach durchzupflücken, um ansprechbare Größen ernten zu können. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihn Allergiker vertragen, dürfte bei ca. 50 % liegen. Ein Grund hierfür ist ein problematischer Vorfahre der Züchtung: Golden Delicious.
Steckbrief:
Baum: Wuchs anfangs mittelstark, später schwächer – breit aufrecht, gut verzweigt, büschelartig verzweigte Triebenden
Blüte: früher Blütenansatz, Pollenspender
Schale: glatt, geschmeidig, sonnenseits leuchtet rot gestreift oder marmoriert
Frucht: mittelgroß bis groß, sehr saftig, gutes Aroma mit angenehmer Säure
Pflückreife: Oktober
Genussreife: Dezember
Haltbarkeit: ca. März
Ralf Hermann Melber, 8. Februar 2025
von admin | 10.02.2025 | Obstbaumgruppe
Im wasserreichen Boden nahe der Heroldinger Riedquellen steht noch ein vergreister Baum des Roten Trierer Weinapfels an einem Waldrand. Seit vielen Jahrzehnten trägt er regelmäßig und reichlich seine Saft- und Mostäpfel, die mitunter bis Dezember auf dem Baum hängen können.
Im Landkreis gibt es noch relativ viele Bäume davon. Einem davon widmeten sich die Harburger Obstbaumfreunde am „Rennerspitz“ unweit der Burg in Richtung Schaffhausen. War das Exemplar schon sehr verkommen, ist durch einen sehr gelungenen Schnitt wieder ein relativ vitaler Altbaum entstanden.
Wie der Name verrät, ist die Sorte aus einem Apfelkern als Sämling im Raum Trier entstanden. 1872, also kurz nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71, ist sie erstmals beschrieben worden. Ausgehend vom Entstehungsort pflanzte man sie in Luxemburg, Frankreich, Österreich, West- und Süddeutschland sowie in der Schweiz.
Was waren wohl die Gründe dafür, dass man sich dafür begeisterte? Neben der relativen Ertragssicherheit dürfte die lange Lagerfähigkeit eine Rolle gespielt haben. Weil sie vielerorts Probleme mit Schorf bekommt und die Früchte häufig klein ausfallen, halten sich die heutigen Empfehlungen in Grenzen. Gute Standorte und entsprechend ausreichende Pflege sind sicherlich eine Hilfe. Gerade in großen Streuobstbeständen hat der Rote Trierer durchaus noch seine Berechtigung, weil es sich wohl um einen guten Pollenspender handelt. In Jahren mit mäßigem Obstertrag kann es an diesen Bäumen etliche Äpfel geben, um sie dann umso mehr wertzuschätzen. Schließlich blüht die Sorte sehr spät. Ein Ausfall kann zu erwarten sein, wenn im Jahr davor extrem viele Früchte auf dem Baum hingen.
Mit dem Erbachhofer Weinapfel, der direkt an der Harburger Schule z.B. von den Kinder geerntet werden kann, kann der Rote Tierer Weinapfel leicht verwechselt werden, mitunter auch mit den Öhringer Blutstreifling.
Man sollte sich nichts vormachen: Der Erhalt des Roten Trierer Weinapfels ist mit einem gewissen Arbeitsaufwand verbunden, der eine gewisse Liebe zur Sache erfordert. Dennoch hat auch dieser Sorte neben ihren teils scheinbaren Nachteilen doch ihre Vorteile und verdient es heute noch, in so manche Streuobstwiesenplanung mit einbezogen zu werden. In Harburg hat man sich jedenfalls bewusst für den Erhalt im Bestand entschlossen.
Steckbrief:
Baum: erst starker, später schwächerer Wuchs; will gute Böden mit genügend Wasser und Weinbauklima
Blüte: sehr spät, diploid
Schale: bräunlich-rot verwaschen-streifig bei gelblich-grüner Grundfarbe
Frucht: klein; festes, überwiegend säuerliches, etwas herbes Fruchtfleisch
Pflückreife: ab Oktober (möglichst spät ernten)
Genussreife: ca. November
Haltbarkeit: April
Ralf Hermann Melber, 8. Februar 2025
von admin | 10.02.2025 | Obstbaumgruppe
Nach und nach setzt sich die Erkenntnis durch, dass es oft Sinn macht, Baumschnitt im Sommer durchzuführen. Dass Süßkirschbäume oft nach der Ernte geschnitten werden, ist allgemein recht bekannt. Walnussbäume vertragen Sommerschnitt ebenfalls viel besser. Winterschnittwunden „weinen“ gern unmittelbar danach, was je nach Anzahl der Schnitte nicht nur bei Frost problematisch werden kann, sondern auch unnötigen Nährstoffverlust verursacht. Die Monate Juli und August sind am günstigsten, unter Umständen schon Ende Juni. Die Obstbäume bilden meist einen längeren Juni- und einen kürzeren Augusttrieb.
Vielen ist das Ausreißen unerwünschter Wasserschosse ein Begriff. Darüber hinaus können alle überflüssigen Äste – nicht nur dürre –
in dieser Zeit entfernt werden. Der Wundheilung ist im Sommer mitunter besser gedient, weil Abschottung und Kallusbildung besser vorankommen als im Herbst oder Frühwinter. Ein vorausschauender Baumschnitt vermeidet unabhängig von der Baumart jegliche Wunden über 10 cm. Dies funktioniert allerdings nur, wenn die Krone von Anfang an sorgfältig aufgebaut wurde.
Soll Wundverschlussmittel aufgetragen werden? Wenn überhaupt, dann tragen Fachkundige etwaiges Baumwachs nur im Randbereich größerer Wunden auf, um deren Verheilung zu beschleunigen. Ausfransungen müssen vermieden werden. Sind sie durch ungeschickte Schnittführung oder falsche Werkzeugwahl entstanden, kann mit einem scharfen Messer nachgeschnitten werden.
Grundsätzlich bremst Sommerschnitt eher, während Winterschnitt tendenziell anregt. Diese Kenntnis nützt bei der Baumpflege stärker wachsender Arten. Zu ihnen gesellen sich u.v.a. Apfelbäume wie der Rheinische Winterrambur, der, wie andere schlechte Pollenspender, dazu neigt, kräftig zu sprießen. Im Harburger Stadtgebiet gibt es Bäume dieser Sorte zumindest jeweils in Harburg und in Heroldingen. Schon im 17. Jahrhundert war der Winterrambur, der wohl aus den Benelux-Ländern stammt, bekannt. Er ist wie viele andere Sorten reich an wertvollen sekundären Pflanzenstoffen und wohl auch Salvestrolen, deren krebshemmender Wirkung zur Zeit Wissenschaftler hinterher sind. Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts handelte es sich noch um eine Marktsorte bäuerlichen Hochstammanbaus. Luftfeuchte Umgebung und durchlässige Böden begünstigen Robustheit und Ertrag der Tafel- und Wirtschaftssorte. Der Winterrambur wächst der Form nach wie sein Apfel, nämlich breit. Die Krone bildet einen Schirm, der sich mit der Zeit wegen schwerer Äpfel bildet.
Die Sorte empfiehlt sich sehr für Streuobstwiesen. Neu gepflanzte Winterrambur-Bäume tragen im Vergleich zu manch anderen Apfelsorten erst Jahre später.
Steckbrief:
Baum: stark wachsend, breit, schirmartig, Mehltau und Krebs möglich, Schorf kaum
Schale: gelbgrün, im Lager ansprechend gelb, Deckfarbe matt bis bräunlich rot
Frucht: mittelgroß bis groß, unregelmäßige, breitkugelige Form, mäßig saftig-säuerlich und schwach aromatisch
Blüte: mittelspät, lang anhaltend, schlechter Pollenspender
Pflückreife: ca. Mitte Oktober
Genussreife: Dezember
Haltbarkeit: April
Ralf Hermann Melber, 8. Februar 2025