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Rosen richtig pflanzen

Jan 30, 2021

Eine Rosenpflanzung ist auf viele Jahre angelegt und bedarf daher gründlicher Vorbereitung:
Neben der Sortenwahl ist die Bodenvorbereitung und die richtige Pflanztechnik Voraussetzung für gesundes Wachstum.

Rosen im Container oder wurzelnackt

Rosen werden sowohl im Topf (Container) als auch ohne Erdballen (wurzelnackt) angeboten.

Wurzelnackte Rosen

Wurzelnackte Rosen sind fast um die Hälfte günstiger als Containerrosen; ihr Kauf lohnt sich daher vor allem bei größeren Stückzahlen. Allerdings ist die Pflanzzeit auf Herbst und Frühjahr beschränkt. Außerdem können Blüte und Belaubung beim Kauf nicht begutachtet werden.

Wurzelnackte Rosen dürfen auf keinen Fall längere Zeit mit offenen Wurzeln herumliegen. Entweder werden sie sofort gewässert und gepflanzt oder bis zur Pflanzung eingeschlagen. Dazu legt man die Pflanzen in eine flache Furche und deckt die Wurzeln mit Erde zu.

Containerrosen

Containerrosen sind teurer, dafür können sie fast ganzjährig, auch in voller Blüte gepflanzt werden.

Pflanzzeit

Pflanzzeit für wurzelnackte Rosen ist von Mitte Oktober bis Ende März, solange der Boden „offen“, d.h. noch nicht oder nicht mehr durchgefroren ist (gelegentliche Nachtfröste sind dabei nicht von Bedeutung). Besonders im Herbst ist der Anwachserfolg hoch: Der Boden ist vom Sommer noch warm und ausreichend Niederschläge sorgen dafür, dass sich rasch neue Wurzeln bilden.

Containerrosen können außer bei Frost und großer Hitze ganzjährig gepflanzt werden – auch während der Blüte. Besonders gut wachsen Containerrosen im Mai, Juni und September an, vorausgesetzt sie werden ausreichend mit Wasser versorgt.

Bei der Pflanzung im Herbst und Winter ist bei Dauerfrost durch Abdecken mit Fichtenzweigen für einen Schutz vor der Wintersonne zu sorgen.

Standortansprüche

Rosen lieben einen sonnigen, luftigen Standort, einige Sorten (z.B. ‘New Dawn’, ‘The Fairy’) gedeihen auch gut im lichten Schatten. Wurzeldruck und Tropfenfall unter Sträuchern und Bäumen vertragen sie dagegen genauso schlecht wie den Hitzestau vor einer Südwand oder Zugluft.

Der Boden sollte vor allem nährstoffreich, durchlässig und locker sein. Ideal sind gut belüftete und mit Humus versorgte Lehmböden.

Ungeeignet als Standort sind Flächen, auf denen längere Zeit Rosen oder andere Vertreter der Familie der Rosengewächse (z.B. Apfel, Zierquitte, Feuerdorn) standen. In diesem Fall ist der Boden „rosenmüde“ und muss entweder großzügig ausgetauscht (mindestens 50 x 50 x 50 cm tief) oder ein anderer Pflanzplatz gefunden werden.

Beetvorbereitung

Die Beetfläche wird zunächst gründlich von Unkraut gesäubert. Das gilt insbesondere für Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch. Dabei sollte man sich gleich vergewissern, dass das Erdreich ausreichend locker ist: Rosen sind Tiefwurzler und nehmen Verdichtungen im Boden übel. Besonders in neu angelegten Gärten findet man häufig durch Baufahrzeuge verdichtete Schichten, die unbedingt mit dem Spaten oder der Grabegabel gelockert werden müssen (mindestens 40 bis 50 cm tief). Bei der Gelegenheit sollten schwere Lehmböden gleich mit Sand vermischt und gelockert werden. Sandige Böden werden durch die Beigabe von Bentonit (Sandbodenverbesserer) bindiger und können mehr Wasser und Nährstoffe speichern.

Eine Düngung ist frühestens im kommenden Jahr nötig, wenn die Rose eingewurzelt ist und kräftig wächst.

Rosen pflanzen

Wurzelnackte Rosen

 

Erster Schritt ist ein Pflanzschnitt: Dazu werden alle schwachen und abgebrochenen Triebe ganz entfernt, die verbleibenden Triebe auf eine Länge von ca. 20 cm eingekürzt und die Wurzeln wenige cm abgeschnitten. Anschließend stellt man die Rosen für einige Stunden in einen Eimer mit Wasser.

Das Pflanzloch wird ungefähr 40 cm tief ausgegraben, die Sohle zusätzlich gelockert. Die Rose kommt so in das Pflanzloch, dass die Wurzeln gerade herunterhängen. Die verdickte Veredelungsstelle zwischen Wurzelhals und grünen Trieben liegt 8 bis 10 cm unter der Erdoberfläche. Damit ist die Rose ausreichend vor Frost und Trockenschäden geschützt (das früher übliche „Anhäufeln“ ist bei dieser Pflanzweise nicht unbedingt erforderlich).
Anschließend wird der Aushub wieder eingefüllt (grobe Schollen zerkleinern und mit Sand und Humus mischen), die Rose dabei immer wieder gerade gerichtet.

Ist das Pflanzloch voll, drückt man die angefüllte Erde einmal ringsherum mit dem Spaten seitlich an die Rosenwurzeln. Es genügt ein sanfter Druck, die Erde sollte nur angedrückt, nicht verdichtet werden. Zusätzlich wird die Rose mit Wasser aus der Gießkanne eingeschlämmt. Der Strahl wird dabei direkt auf die Pflanzstelle gerichtet. Ein bis zwei Gießkannen reichen, damit sich die Erde endgültig setzt. Das anschließende Anhäufeln der Triebe mit Erde (ca. 30 cm hoch) ist ein zusätzlicher Verdunstungsschutz. Die Rosen wachsen besser an.

Containerrosen

Bei Containerrosen beschränkt sich der Pflanzschnitt auf das Entfernen abgebrochener oder abgestorbener Triebe. Die Rose wird zunächst für einige Minuten in einen Wassereimer getaucht bis keine Luftblasen mehr aufsteigen und anschließend ausgetopft. Ist der Topfballen stark verwurzelt, muss der Wurzelfilz zunächst mit einem scharfen Messer gelockert werden. Nur so kann die Rose schnell neue Faserwurzeln bilden.

Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so breit und tief wie der Topfballen sein. Auch bei Containerrosen liegt die Veredlungsstelle (sie befindet sich meist an der Topfoberfläche) nach dem Pflanzen 8 bis 10 cm unter der Erdoberfläche. Andrücken und Angießen erfolgt wie bei wurzelnackten Rosen beschrieben. Das Wässern sollte besonders bei Frühjahrs- und Sommerpflanzung wöchentlich wiederholt werden: Ist der Topfballen erst einmal ausgetrocknet, nimmt er nur schwer wieder Wasser an.
Das Anhäufeln der Rosen mit Erde als Winterschutz ist in den ersten Jahren zu empfehlen. Bei älteren, unempfindlichen Rosensorten reicht dann ein Abdecken mit Fichtenzweigen.

Stammrosen

Auf Stämmchen veredelte Rosen werden sowohl im Container als auch wurzelnackt angeboten. Die Pflanzweise ähnelt im Großen und Ganzen der der niedrigen Rosen. Das gilt es aber zu beachten:

  1. Rosenstämme müssen zeitlebens gestützt werden. Schlagen Sie also zunächst einen Pfahl in das Pflanzloch, an dem der Stamm nach dem Pflanzen festgebunden werden kann.2. Bei Stammrosen befindet sich die Veredlungsstelle direkt unterhalb der Krone. Am Stammfuß sitzt eine weitere Verdickung, die sogenannte „Zapfenschnittstelle“. Die Stammrose wird so gepflanzt, dass die Zapfenschnittstelle ca. 10 cm über der Erdoberfläche bleibt.

    3. Binden Sie den Rosenstamm etwas unterhalb der Krone mit einem Kokosstrick an.

    4. Als Winterschutz wird die Krone mit Vlies eingepackt, wobei das Vlies unterhalb der Veredelungsstelle zusammengebunden wird.

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
http://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/wochentipps/262882/index.php